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Tausend Inseln und Glückliches Paddeln

Einzigartiges Schweden

Die schwedische Küste ist in weiten Teilen eigentlich keine "Küste", sondern vielmehr ein fliessender Übergang von Wasser mit viel Land zu Land mit viel Wasser. Weit draussen beginnen die Äusseren Schären: Meist nackte, windgepeitschte Felsen aus glattgeschliffenem Granit, die oft nur knapp aus dem Meer herausragen und nur von Seevögeln und manchmal auch Robben besiedelt werden. Paddelt man von dort aus dem Land entgegen, werden es allmählich mehr und mehr Inseln, die Vegetation wird üppiger, die Kanäle zwischen den Inseln immer enger. Je mehr man sich dem eigentlichen Festland nähert, sind die Inneren Schären eigentlich kaum noch von einer typischen Seenlandschaft aus dem Landesinneren zu unterscheiden – selbst das Meer hat hier kaum noch Salzgehalt und statt Dorschen und Heringen tummeln sich Hechte und Barsche im brackigen Wasser. Schilf und Seerosen wachsen in den geschützten Buchten, die eigentlich noch immer zum Meer gehören. Es braucht wirklich gute Navigationskenntnisse und einen stets aufmerksamen Blick, um sich im Labyrinth der Inneren Schären nicht zu verirren. Aber auch das hat seinen ganz eigenen Reiz: Klassisches Seekajaktouring mit Sack und Pack, von Insel zu Insel, mit Sack und Pack, den Sommer und die Freiheit geniessen.
Dein Büro ist Lichtjahre entfernt, in einer anderen Galaxie. Über dir kreisen die Möwen. Vor dir liegt eine Gruppe kleiner Felsinseln, glatt, rund und fast völlig kahl. Du weisst, hier bist du nur zu Gast. Zu deiner rechten Hand – nichts als das Blau der Ostsee. Es ist Nachmittag und ein frischer Seewind kommt auf, aber das macht dir keine Sorgen. Es sind nur noch ein paar wenige Kilometer bis zu den grösseren, bewaldeten Inseln, wo du dir deinen Lagerplatz für heute suchen wirst.

Unterwegs Sein

Beim Paddeln in Schweden dreht sich alles ums Unterwegssein. Ob die Sonne scheint, ob es windet oder regnet: Du bist draussen, unterwegs in der Natur im nordischen Sommer. Totaler Flow, der durch nichts unterbrochen wird.

Die Zeit steht still. Du beobachtest die Barsche beim Jagen im Wasser. Die Sonne geht schon seit Stunden unter und scheint es doch kaum unter den Horizont zu schaffen. Um dich herum hörst du nur den Wind und die Wellen, die sanft an das felsige Ufer plätschern.

Ob in den Schären, im Fjäll oder im Wald: Dein Zelt stellst du dort auf, wo es dir gefällt. Solange du dabei nichts und niemanden störst und keine Spuren hinterlässt ist das in Ordnung. Und morgen ziehst du weiter.

Leben aus dem Trockensack

Deine Suppe köchelt auf dem Trangia. Alles, was du benötigst, hast du bei dir. Es ist erstaunlich, wie wenig es braucht, um gut zu leben. Und tatsächlich: es ist sicher nicht übertrieben zu behaupten, dass das in unserer heutigen Zeit der wahre Luxus ist.

Camping in Schweden heisst immer die beste Aussicht

Nirgendwo sonst dreht sich beim Paddeln alles so sehr ums Camping wie in Schweden. Der Gedanke an Tagestouren mit Rückkehr zum Campingplatz erscheint hier fast absurd. Schwedens Natur bietet dir so viel Platz, dass es manchmal schwer fällt, sich für einen bestimmten Lagerplatz zu entscheiden. Aber irgendwann hast du ihn dann doch gefunden und schlägst dein Zelt auf, baust deinen Kocher auf und lässt es dir gut gehen. Tageslicht hast du ohnehin genug – und zwar bis hinein in die späten Abendstunden.

Höga Kusten: Klippen, Fjorde, Schären und Wälder

Die Ostseeküste zwischen Härnösand im Süden und Örnsköldsvik im Norden ist bekannt als die "Höga Kusten" – zu Deutsch: die Hohe Küste, ein UNESCO Weltnaturerbe. Während sehr vieles hier einfach "typisch schwedisch" ist, so ist die Höga Kusten doch besonders: Es finden sich hier nicht nur Inseln und Schären, sondern auch Klippen, tiefe Schluchten und Fjorde, sowie ein berühmter Fernwanderweg, der Höga Kustenleden, der 130 km durch die beeindruckende Natur führt.

Die Hohe Küste steigt übrigens noch immer in die Höhe – und zwar rund 8mm pro Jahr. Nirgendwo sonst auf der Welt lässt sich das auf der Welt in diesem Tempo beobachten!

Auch Feinschmecker mit Sinn für "besondere Aromen" werden an der Höga Kusten fündig, denn hier wird auch der berühmte Surströmming produziert! Yuri liebt den sehr streng riechenden fermentierten Hering, andere schlägt er schreiend in die Flucht… Keine Sorge, du kannst, musst ihn aber nicht probieren. Immer ab ungefähr Mitte August ist fertig! Oder bist du eher für einen guten Whisky oder Gin zu haben? Auch das findet sich hier! Sowohl der High Coast Single Malt Whisky als auch der Hernö Gin sind weltberühmt.

Navigation: Die grosse Kunst, nicht verloren zu gehen

Eine Seekajaktour durch die schwedischen Schären mag technisch vergleichsweise einfach sein – aber was hier alles andere als einfach ist, das ist die Kunst der Navigation. Schalte dein GPS ab und schau nicht aufs Handy, sondern probiere mal, nur mit Kompass und Karte seinen Weg durch das Insellabyrinth zu finden, und du wirst verstehen, was wir meinen. Und ja, wir machen das hier grundsätzlich genau so. Natürlich haben wir immer ein GPS dabei für Notfälle, aber grundsätzlich bleibt es aus. Sonst wäre es ja langweilig.

Allemansrätten

Das traditionelle, fest in der schwedischen Kultur verankerte Jedermannsrecht garantiert jedem Menschen den freien Zugang zur Natur, unabhängig von Eigentumsverhältnissen – solange der Grundsatz nicht verletzt wird, dass kein störendes Verhalten an den Tag gelegt wird. So darf zum Beispiel für maximal zwei Nächte hintereinander in der freien Natur kampiert werden, solange man sich nicht in der Nähe von Häusern befindet und niemanden stört. Es versteht sich dabei von selbst, dass weder Müll noch sonstige Spuren hinterlassen werden dürfen.

Warum wir Schweden lieben

Schweden ist ein freundliches und wunderschönes Land. Natürlich ist für uns, wie für alle anderen Outdoor-Fans auch, die herrliche Natur hier das Argument Nummer 1: Zwei Meere und tausend Inseln, dazwischen endlose Wälder, Seen, Berge und ganz viel Platz und Ruhe. Nicht nur Gitta Gaviota fühlt sich in so einer Umgebung wohl. Einmal im Jahr, im Sommer, zieht es auch uns in den Norden, wo wir die langen Sonnenuntergänge, Krabbensalat, Köttbullar und kiloweise Süssgebäck geniessen. Das Paddeln hier mag ein bisschen mehr "geradlinig" sein, als wir es sonst gewohnt sind – in dem Sinne, dass wir hier selten zwischen Felsen spielen, sondern mehr das Unterwegssein geniessen. Aber auch das ist ein toller Aspekt unseres Sports und eben genau das, was man hier am allerbesten tun kann.

Und wann gehen wir wieder nach Schweden?

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Dieses Jahr fahren wir Anfang August nach Schweden, an die Höga Kusten. Eine einwöchige Seekajakcampingtour, machbar für alle, die auf dem See paddeln können. Kommst du mit?

Vi ses i Sverige!

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